peter eder

sehnsüchtig orte, an denen natur und kultur kollidieren, entwickeln eine ganz besondere präsenz: sie geben vor, wirklich zu sein und verweisen doch auf jenen schöpfungsakt, der ganz in der hand des menschen liegt. wo immer wir auf diese orte treffen, erahnen wir auch, daß sie momente einer nie erfüllten sehnsucht nach überbrückung der differenz enthalten.

bilder sind solche orte. sie entstehen aus stoffen, die dem zyklus des wachsens und vergehens, dem unentrinnbaren ablauf der zeit und den kräften der materie intensiv ausgesetzt waren und solcherart zum inbegriff des natürlichen werden: sand, holz, öle und pigmente zeigen uns, daß sie stärker und wirklicher sind als wir es je sein werden. als sinnlose und doch ungeheuer reale stoffe werden sie auf leinwand unwider-ruflich mit bedeutung versehen.

wir suchen diese im malakt selbst, in der überwindung des raum-flächen-dualismus, in der komposition des bildes und natürlich in dem lustvollen aufeinanderprallen von farben und materialien.

bilder versprechen jene trügerische echtheit, die den menschen ergreift, wenn er sich im einklang mit der natur zu fühlen glaubt und doch weiß, daß es keinen weg zurück gibt in das bewußtlose sein. meine bilder sind weder eindrücklich noch wollen sie ausdrücklich erscheinen sie sind bloß sehnsüchtig.